Weshalb fotografieren?

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Um nicht missverstanden zu werden: ich möchte nicht wissen, weshalb man fotografieren soll, sondern – ganz einfach: weshalb fotografiert wird. Und weil ich keine Feldstudien betreiben kann (weder verstehe ich etwas von Statistik noch kann ich mir solche Studien leisten), will ich das einzige Feld beackern, von dem ich etwas zu versehen hoffe. Also: weshalb ich – ausgerechnet ich – fotografiere?

Die einfache Antwort: ich meinte irgendwann, mir einen Fotoapparat kaufen zu müssen, und dabei bin ich geblieben. Allerdings nicht bei dem damaligen Gerät. Vielmehr sind aus jenem Wunsch die Folgewünsche geworden, mir immer wieder einen neuen, besser noch einen neuesten Fotoapparat (sowie alles, was schließlich dazugehört) zu erwerben. Schon diese Kaskade von Wünsche waren (und ja, sind, ich gestehe es) Gründe für mich, zu fotografieren. Irgendjemand schrieb einmal etwas vom Fetischcharakter der Waren. Die Fotoindustrie sollte mich „lieben“.

Nun hatte dieser damalige initiale Wunsch einen Grund, der nicht bei jenem „Zeugs“ lag, sondern vermutlich einem tieferen Bedürfnis entsprach, dem nämlich, „Reizvolles“ festzuhalten, es zu besitzen, es dauerhaft zu machen und es zu „reanimieren“, indem ich dem gesammelten Reizersatz jederzeit durch meine Betrachtung wieder Reiz „einhauchen“ könnte. Vermutlich sitzt da in mir, wie in Vielen, für die das Sammeln gar nicht mehr subsistentiell ist, noch immer dieser urmenschliche Wunsch.

Was ist aber „reizvoll“? Ich will (sicherheitshalber) betonen, dass ich zu dem genannten Zeitpunkt bereits über die Pubertät hinaus und jener Reiz ein rein ästhetischer war. Aber auch das bedarf der Erklärung: was bedeutet „ästhetisch reizvoll“ hier und in diesem Zusammenhang?

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